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Warnemünde Werft: Fußgängertunnel und neue Straßenbrücke fertiggestellt

Am Montag, den 14. November 2011, wurde der neue Fußgängertunnel eingeweiht und die neue Straßenbrücke feierlich für den Verkehr freigegeben.

Wichtiges Etappenziel am Nordkreuz erreicht
Wichtiges Etappenziel am Nordkreuz erreicht

Neuer Fußgängertunnel: barrierefrei und mit kompletter Überdachung

Mit der Tunnelfreigabe am Verknüpfungspunkt Warnemünde Werft wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht.

Statt der vielen Treppen können mobilitätseingeschränkte Bürger nun barrierefrei in bzw. durch den Tunnel gelangen.

Bereits seit dem 19. September 2011 ist der neue Fußgängertunnel provisorisch für die Fußgänger freigegeben. Bis auf erforderliche Restarbeiten ist der Tunnel komplett fertiggestellt.
Er ist gut ausgeleuchtet und bietet durch die komplette Überdachung Schutz vor Regen und Wind.

Überdachter Fußgängertunnel am Nordkreuz

Daten zum Fußgängertunnel

  • Länge: 40 Meter
  • Breite: 6 Meter
  • Höhe: 2,50 Meter
  • Bodenaushub: ca. 12.000 Kubikmeter Erdreich
  • verbauter Stahlbeton: ca. 3.500 Kubikmeter
  • verbaute Bewehrungseisen: ca. 530 Tonnen.

Den Bau des neuen Fußgängertunnels realisierte das Bauunternehmen Ed. Züblin AG.

Fertigstellung des Gesamtbauvorhabens im Frühjahr 2012

Der Verknüpfungspunkt "Nordkreuz" lässt Bahn und Bus weiter zusammen rücken.

Die neue Umsteigeanlage für Busse der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) und der Regionalverkehr Küste GmbH (RvK) mit Anbindung an den Haltepunkt der S-Bahn, Taxistand, P+R-Stellplätze, eine Fahrradabstellanlage und die Grünanlagen werden im Frühjahr 2012 - pünktlich zur neuen Kreuzfahrtsaison - fertig gestellt.

Gleisanlagen: Provisorische Gleisbrücke wird durch endgültiges Gleis ersetzt

Tunnel und Brücke sind fertig, nun laufen die Arbeiten an den Gleisanlagen.

Gleisanlage Warnemünde Werft: Draufsicht

Das nordführende S-Bahngleis sowie die neue Fahrleitungs- und Leit-/Signaltechnik werden bis 19. November 2011 fertiggestellt. In einem weiteren Bauabschnitt wird nun der westliche Bahnsteig (Lortzingstraße) über dem Tunnelbauwerk verlängert.

Die für den Bau des Tunnels vorübergehend eingebaute Gleisbrücke, also eine Gleisanlage über der Tunnelbaustelle, wird am 20. November 2011 ausgebaut und durch ein reguläres (endgültiges) Gleis im Schotterbett ersetzt.

Warnemünde Werft:  Freie Fahrt auf der neuen Straßenbrücke 

An der feierlichen Übergabe nahmen der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Till Backhaus, die Staatssekretärin im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, Ina-Maria Ulbrich, Oberbürgermeister Roland Methling, die RSAG-Vorstände Wilfried Eisenberg und Jochen Bruhn, der Leiter Vertrieb und Fahrplan der DB Netz AG, Arvis Kämmerer, Heinz Wessels als Niederlassungsleiter Rostock der STRABAG AG und Nils Heienbrock als Niederlassungsleiter Rostock der Ed. Züblin AG teil.

Straßenbrücke am Nordkreuz eröffnet

Der Technische Vorstand der RSAG, Wilfried Eisenberg, bedankte bei den Projektpartnern und Baufirmen für die bisher geleistete Arbeit: „Dieses Bauvorhaben ist ein Meilenstein für die Infrastruktur in Rostock-Warnemünde. Wir sind uns sicher, dass wir mit unseren Partnern gut ans Ziel kommen.“

Die eigentliche Verkehrsfreigabe der neuen Straßenbrücke für den Autoverkehr erfolgte gegen 17:00 Uhr. Zeitgleich wurde der alte Bahnübergang in der Alten Bahnhofsstraße für den Autoverkehr geschlossen.

Straßenbrücke ist nun neues Wahrzeichen am Ortseingang

Zur Formung der Böschungen wurde eine neue, spezielle Bauart für Stützwände von Rampen dieser Dimension errichtet. Diese „Bewehrte Erde“ bietet eine besondere Festigkeit bei höchstmöglichem Böschungswinkel.

Die Sichtflächen erscheinen in Naturstein, was architektonisch sehr gut in die natürliche Umgebung am Eingangstor zum Seebad Warnemünde passt. Durch diese Bauweise war es möglich, die Rampe in einem Winkel von 83 Grad zu bauen, also fast senkrecht.

Die neue Straße zur Brücke zweigt von der Stadtautobahn an einem neu errichteten ampelsignalisierten Verkehrsknoten ab. Diese Straße wird als Kreisstraße K43 gewidmet und heißt zukünftig „Karl- F.- Kerner-Straße“.

Die östliche Brückenrampe mündet in die Werftallee. An dieser Rampe wurden 10 Nistkästen für Fledermäuse angebracht, die hier ihr natürliches Zuhause haben.

Verantwortlich für den Bau der Straßenbrücke ist das Bauunternehmen STRABAG AG. Die Breite der Straßenbrücke beträgt 11,50 Meter, so dass auch Schiffspropeller und andere Großbauteile der Zulieferindustrie an den Werftenstandort Warnemünde transportiert werden können. Die Brücke ist mit einer Tragfähigkeit von 250 Tonnen für den Schwerlastverkehr ausgelegt.

Hochwasserschutz und Straßenbau kombiniert

Neue Werftallee mit Hochwasserschutzwand

Die Werftallee wurde bereits in 2010 vom südlichen Bauanfang bis zum Haupteingang der Nordic Yards als Flutschutzdeich ausgebaut und im November 2010 für den Verkehr freigegeben. Derzeit wird die Werftallee im nördlichen Baufeld entlang der Kreuzfahrtliegeplätze 8/9 zum Sturmflutschutzdeich ausgebaut. Während der Kreuzfahrtsaison 2011 ruhten die Arbeiten in diesem Bereich, um eine ungehinderte Logistik für die Schiffe zu gewährleisten. Im Oktober 2011 wurden die Arbeiten an der Stützwand und an der Straße wieder aufgenommen.

Eine Hochwasserschutzwand führt hier vom Werfteingang bis zur Mittelmole. Auf Höhe der Hochwasserschutzwand wird die neue Werftallee verlaufen. Die verbleibenden Bauarbeiten erfolgen bei laufendem Verkehr. Die Autos werden dabei wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt.

Mit Inbetriebnahme der Straßenbrücke wird dieser Abschnitt der Werftallee nun für den Durchgangsverkehr freigegeben. Während aller Bauphasen war und ist die Verbindung Groß Klein – Mittelmole für Radfahrer und Fußgänger auf teils provisorischen Wegen passierbar.

Rahmenparameter

Der Ausbau des Verkehrsknotenpunktes Warnemünde hat einen Gesamtwertumfang von ca. 21 Mio. Euro. Davon wurden bisher fast 15 Mio. Euro verbaut.
Die beteiligten Partner sind der Bund, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Deutsche Bahn AG, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) und die Hansestadt Rostock. Die Rostocker Straßenbahn AG wurde von der Hansestadt Rostock mit der Umsetzung als Maßnahmeträger beauftragt.

Bund und Land fördern die Maßnahme mit über 10 Mio.  Euro. Die DB AG investiert 6,3 Mio. Euro. Die Hansestadt Rostock beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 2,5 Mio. Euro, der Anteil des STALUMM beträgt 2,35 Mio. Euro.

Fotos: J. Kloock

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