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Für alle, die viel unterwegs sind: Mit Hund oder Fahrrad und abends oder am Wochenende auch gern mit dem Partner.
Seit April 2003 steigen täglich ca. 15.000 Fahrgäste zwischen Straßenbahn, Bus und den Regional- bzw. Fernzügen auf dem Hauptbahnhof um.
Wer mit der Straßenbahn am Hauptbahnhof ankommt, steigt im Tunnel aus und wird über ein Wegeleitsystem durch den Bahnhof und zu den Gleisen geführt.
Die Haltestellen im Tunnelbereich ermöglichen ein barrierefreies Umsteigen, da die oberen Ebenen neben den Treppen auch über Aufzüge erreichbar sind. Personen mit eingeschränkter Mobilität, Kinderwagen, schwerem Gepäck oder Fahrrädern gelangen so mühelos in die Fußgängerebene oder zu den Bahnsteigen.
Fortschrittliche Technik kommt auch in der Kundeninformation zum Einsatz. Eine dynamische Fahrgastinformation zeigt die Abfahrzeiten der nächsten Straßenbahnen sowie aktuelle Besonderheiten.
Zusätzlich wurde eine Lautsprecheranlage installiert.
Um mit der richtigen Fahrkarte in die richtige Straßenbahn einzusteigen, informiert die RSAG ihre Kunden im Kundencenter im Vorempfangsgebäude direkt vor dem Zugang zur Verteilerebene.
An den Haltestellen im Tunnel stehen Fahrscheinautomaten zur Verfügung.
Mit der Straßenbahnnetzerweiterung im Süden der Hansestadt Rostock ist die Errichtung einer Zugsicherungsanlage im Tunnel Hauptbahnhof erforderlich.
Nach den gesetzlichen Vorschriften (§49 Abs.2 der BOStrab) sind Straßenbahnen in Tunneln mit einer technischen Zugsicherungseinrichtung auf Abstand zu halten. Das bedeutet, dass die Straßenbahn nicht wie im sonstigen Netz auf „Sicht“ fährt, sondern signaltechnisch überwacht wird. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei der Eisenbahn.
Eine Streckensignalisierung ohne Zugsicherung würde u.a. wegen der schlechten Einsehbarkeit der Strecke ein nicht vertretbares Sicherheitsrisiko bedeuten. Die für die Signalanlage zugrunde gelegte Geschwindigkeit beträgt 40 km/h.
Eine Gleisfreimeldeanlage signalisiert, ob der folgende Tunnelabschnitt frei oder besetzt ist. Über Signale erhält der Fahrer die notwendige Information zur Weiterfahrt bzw. zum Halt. Entsprechend den Erfordernissen kommen 7 Hauptsignale (Blocksignale) und 1 Vorankündigungssignal zum Einsatz.
Eine Zugbeeinflussungsanlage sorgt dafür, dass die Straßenbahn zum Halten kommt, wenn sie trotz „Halt-Signal“ in einen besetzten Abschnitt fährt. Damit wird das Auffahren im Tunnel verhindert und gewährleistet die Sicherheit unserer Fahrkunden.
Der Straßenbahntunnel ist ein Projekt das auch aus betrieblicher Sicht intensivste Vorbereitung verlangte und für das bereits im Jahre 1998 erste Testfahrten mit einer Niederflurstraßenbahn in der Ernst- Barlach- Straße durchgeführt wurden. Die Mitarbeiter der Straßenbahnfahrschule der RSAG ermittelten damals sicherheitsrelevante Daten über Bremswege im Gefälle. Die dadurch gewonnenen Werte bildeten unter anderem die Grundlage dafür, dass die Fahrgäste zukünftig sicher durch den Tunnel fahren können.
Zu technischen und baulichen Problemen nutzten die Mitarbeiter der Straßenbahnfahrschule die Erfahrungen anderer Verkehrsunternehmen mit Tunnelbetrieb und informierten sich vor Ort über Theorie und Praxis.
Die theoretische Ausbildung der Fahrerinnen und Fahrer für die neuen Abschnitte und insbesondere den Straßenbahntunnel mit seiner besonderen Sicherungstechnik begannen Ende 2002.
Die praktische Einweisung dazu erfolgten Ende März, Anfang April 2003. Hier wurden sowohl die Einfahrt in den Tunnelmund geprobt als auch Havarieübungen durchgeführt.